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Bereitgestellt: 27.03.2026
Der Vortrag des in Baden wohnhaften Religionshistorikers Martin Bürgin und der anschliessende Besuch des Badener Tagsatzungssaals mit Stadtführerin Silvia Hochstrasser lockte viel Publikum an. Danach traf sich die Jahresversammlung des Hugenotten- und Waldenserwegs AGZHSH.
Der Vortrag in der Sebastianskapelle in Baden galt den Hugenottenverfolgungen in Frankreich und der Flüchtlingspolitik der protestantischen Eidgenossenschaft. Er stand auch im Rahmen des Jubiläums zu 500 Jahren Badener Disputation.
Bürgerkriege, blutige Verfolgungen und tödliche Intrigen: Die konfessionelle Spaltung zwischen Reformierten und Katholiken hinterliess tiefe Spuren im sozialen Gefüge Frankreichs. Zwischen 1562 und 1598 wurden acht Religionskriege ausgefochten. Die Auswirkungen waren in ganz Europa zu spüren, unter anderem in Form von Flüchtlingsströmen. Retrospektiv können zwei grosse Wellen ausgemacht werden. Die erste folgte auf die Reformation und die Bartholomäusnacht im Jahr 1572 (auch bekannt als die «Pariser Bluthochzeit»), die zweite auf die Aufhebung des Edikts von Nantes im Jahr 1685 durch den absolutistischen König Ludwig XIV.
In dieser zweiten Welle verliessen rund 150'000 reformierte Französinnen und Franzosen, die sogenannten Hugenotten, Frankreich. Zu ihnen stiessen mehrere Tausend Hugenotten aus dem Fürstentum Orange sowie piemontesische Waldenser, die im Zuge der antiprotestantischen Politik Ludwigs XIV. ebenfalls ihre Heimat verliessen. Etwa 60'000 von ihnen flüchteten durch das Gebiet der heutigen Schweiz. Zeitweise verdoppelten, verdreifachten oder verzehnfachten die Hugenotten die Wohnbevölkerung in den Dörfern und Städten entlang der Transitrouten. Während die katholischen Orte den protestantischen Flüchtlingen ablehnend gegenüberstanden, leisteten die reformierten Orte tatkräftige Unterstützung. Dabei schwankten auch diese angesichts der hohen Zahl zwischen Solidarität und Ablehnung.
Als katholische Stadt war Baden nicht an der Aufnahme von Hugenotten beteiligt. Dennoch war Baden in mehrerlei Hinsicht mit den hugenottischen Flüchtlingen verknüpft. Erstens war die Grafschaft Baden das einzige katholische Gebiet, das die Hugenotten auf ihrem Weg von Genf durch die bernischen Gebiete und Zürich nach Schaffhausen durchqueren mussten. Das hatte Konsequenzen. Zweitens war Baden als Tagsatzungsort eine Stadt, in der über das Schicksal der Flüchtlinge entschieden wurde – neben anderen Tagsatzungsorten. Drittens waren Bürger von Baden in die Entstehung der Flüchtlingsströme involviert, da sie sich als Söldner an den Kriegen gegen die Hugenotten in Frankreich beteiligten.
Jahresversammlung beschliesst neue Statuten
Die Vereinsversammlung nahm die ausgeglichene Jahresrechnung ab und beschloss eine moderate Mitgliederbeitragserhöhung, um Beiträge an den Dachverband leisten zu können. Der Vorstand wurde bestätigt und Christine Höötmann ergänzend in den Vorstand gewählt. Die Statuten wurden erneuert, um die Mitgliedschaft bei der Schweizerischen Vereinigung "Via - Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser" festzuhalten und Anpassungen für die Steuerabzugsberechtigung vorzunehmen.
Veranstaltungen und Reise
Anfang September sind noch Plätze frei bei der Busreise in die Cevennen und zur "Assemblée du désert", dem grossen Gottesdienst der Protestanten in Frankreich, der im Freien gefeiert wird. Ferner kommt die Ausstellung "Wurzeln schlagen" auch in die Ostschweiz. Sie widmet sich dem Gemüseanbau, den die Hugenotten in die Schweiz gebracht haben.
Bürgerkriege, blutige Verfolgungen und tödliche Intrigen: Die konfessionelle Spaltung zwischen Reformierten und Katholiken hinterliess tiefe Spuren im sozialen Gefüge Frankreichs. Zwischen 1562 und 1598 wurden acht Religionskriege ausgefochten. Die Auswirkungen waren in ganz Europa zu spüren, unter anderem in Form von Flüchtlingsströmen. Retrospektiv können zwei grosse Wellen ausgemacht werden. Die erste folgte auf die Reformation und die Bartholomäusnacht im Jahr 1572 (auch bekannt als die «Pariser Bluthochzeit»), die zweite auf die Aufhebung des Edikts von Nantes im Jahr 1685 durch den absolutistischen König Ludwig XIV.
In dieser zweiten Welle verliessen rund 150'000 reformierte Französinnen und Franzosen, die sogenannten Hugenotten, Frankreich. Zu ihnen stiessen mehrere Tausend Hugenotten aus dem Fürstentum Orange sowie piemontesische Waldenser, die im Zuge der antiprotestantischen Politik Ludwigs XIV. ebenfalls ihre Heimat verliessen. Etwa 60'000 von ihnen flüchteten durch das Gebiet der heutigen Schweiz. Zeitweise verdoppelten, verdreifachten oder verzehnfachten die Hugenotten die Wohnbevölkerung in den Dörfern und Städten entlang der Transitrouten. Während die katholischen Orte den protestantischen Flüchtlingen ablehnend gegenüberstanden, leisteten die reformierten Orte tatkräftige Unterstützung. Dabei schwankten auch diese angesichts der hohen Zahl zwischen Solidarität und Ablehnung.
Als katholische Stadt war Baden nicht an der Aufnahme von Hugenotten beteiligt. Dennoch war Baden in mehrerlei Hinsicht mit den hugenottischen Flüchtlingen verknüpft. Erstens war die Grafschaft Baden das einzige katholische Gebiet, das die Hugenotten auf ihrem Weg von Genf durch die bernischen Gebiete und Zürich nach Schaffhausen durchqueren mussten. Das hatte Konsequenzen. Zweitens war Baden als Tagsatzungsort eine Stadt, in der über das Schicksal der Flüchtlinge entschieden wurde – neben anderen Tagsatzungsorten. Drittens waren Bürger von Baden in die Entstehung der Flüchtlingsströme involviert, da sie sich als Söldner an den Kriegen gegen die Hugenotten in Frankreich beteiligten.
Jahresversammlung beschliesst neue Statuten
Die Vereinsversammlung nahm die ausgeglichene Jahresrechnung ab und beschloss eine moderate Mitgliederbeitragserhöhung, um Beiträge an den Dachverband leisten zu können. Der Vorstand wurde bestätigt und Christine Höötmann ergänzend in den Vorstand gewählt. Die Statuten wurden erneuert, um die Mitgliedschaft bei der Schweizerischen Vereinigung "Via - Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser" festzuhalten und Anpassungen für die Steuerabzugsberechtigung vorzunehmen.
Veranstaltungen und Reise
Anfang September sind noch Plätze frei bei der Busreise in die Cevennen und zur "Assemblée du désert", dem grossen Gottesdienst der Protestanten in Frankreich, der im Freien gefeiert wird. Ferner kommt die Ausstellung "Wurzeln schlagen" auch in die Ostschweiz. Sie widmet sich dem Gemüseanbau, den die Hugenotten in die Schweiz gebracht haben.


